Wochenende – Busy Doing Nothing

busy-doing-nothingMittwoch – das Wochenende ist fast schon zum riechen nah und es türmen sich bereits die Pläne um diese 2 ½ Tage, die eigentlich unter dem Begriff „Frei“-Zeit fallen. In der Praxis ist der Terminkalender allerdings zugekritzelt mit derzeit vor allem frühlingsbedingten Vorhabungen (Radausflug), Interieur/Exterieur-Deko-Pläne (Wohnzimmer tapezieren mit der Tapete die vor 1 Jahr hoch motiviert gekauft wure, oder endlich die Gartengarnitur entstauben) und weiteren Ideen (romantischer XXL-Brunch mit Speck und Baked Beans am Samstag Morgen) die zur Austragung kommen sollen.

Zusätzlich sollen auch sämtliche gesellschaftlichen Erwartungen erfüllt werden: Cocktailstunde am Freitagabend mit befreundetem Pärchen A, Telefonat mit Freundin B, C und Bekannter D, Heurigenbesuch mit befreundetem Pärchen E, sowie die verpflichtende Teilnahme am Sonntagslunch bei den Eltern und das anschließende Kaffekränzchen bei den Schwiegereltern, oder umgekehrt, am besten aber beides und doppelt, und täglich, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Und dann geht mir hin und wieder alles gegen den Strich, immerhin ist es mein Wochenende, ich habe nicht sehr viele davon und nur wenige sind frühlingshaft frisch und milden Charakters. „Ich-Zeit-Ich-Zeit!“, pocht es deshalb stark zwischen Augen, Ohren und nervösem Skalb. Würden die Pläne und Vorhaben also gerade vor mir in materieller Gestalt auf dem Schreibtisch liegen, würde ich sie alle runterfegen. (Eventuell nicht die XXL-Brunch-Sache).

Das mag nun etwas a(nti)sozial klingen, aber gelegentlich muss ich meiner trägen Natur nachgeben  – ich glaube ich habe schon mal von meiner Überzeugung des Pyjamatragens, nicht nur zu Bettgehzeiten erzählt. Es ist natürlich auch etwas Genugtuung dabei, Termine in letzter Sekunde umzunieten und dafür ausgeklügelte und dramatische Ausreden vorzuschieben. Und eigentlich ist es doch Freizeit in Güteklasse I.A.1 jeglichen gesellschaftlichen Berührungspunkten zu entsagen.

Hier oute ich nun meine beliebtesten Tricks, um Freizeit in seiner Luxusform zu antigestalten. Tut euch keinen Zwang an, den einen oder anderen davon zu nutzen. Natürlich kann man auch die Wahrheit sagen: „Ich habe keine Lust dich zu sehen.“ Aber das ist nur halb so spaßig, oder?

10 Tipps für Dazy Saturdays und Lazy Sundays.

1.    Letzer Waschtag war irgendwann 2013

doing_nothing_professional_IIIAufgrund der total vollgestopften Wochenenden in den letzten Monaten, habe ich noch keine Zeit gefunden meine Wäsche zu waschen. Zum Glück fungieren Bikinis auch sehr gut als Unterwäsche, allerdings nicht ewig. Nun ist es höchste Zeit meinen Wäscheschrank wieder aufzufüllen. Das einzige Stück dass derzeit dort noch auf mich wartet ist ein Skioverall im 90er Stil. Bitte zwingt mich nicht ihn zu tragen … ich erspar euch den Anblick ebenso.

2.    Big Tasty Nr.2 ist Schuld

Der Big Tasty ist in der Regel (die mich exkludiert) schon Herausforderung genug, allein der Gedanke einen zweiten zu verputzen, lässt ahnen wie man sich danach fühlt. Das üble Gefühl reicht jedenfalls noch für den nächsten Tag …

3.    Emotionale Instabilität

Tatsächlich wurde das mal an mir ausgetestet und belegt. Es reicht also aus, einen traurigen Film zu sehen, zB.: Das Haus am See, wo die zwei doch soooo viel Zeit verschwenden, zum Teil sterben, zum Teil eine kaputte Beziehung durchstehen müssen, der Hund wegläuft … und die Grausamkeit der realen Welt ist für mich untragbar. Eine gesellschaftliche Isolation ist die einzige Chance auf Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichts.

4.    Gesundheitliche Gründe I

Mein Hausarzt hat mich über die Bakterienstämme in meinem Körper informiert. Iiiihhh! Ich bin super ansteckend …

5.    Niedriggarmethode

Ich habe ein wunderbares Bratenrezept entdeckt, das bei Nierigtemparatur 6 Stunden im Ofen verbleibt, um dann als himmlischer Zungenschmeichler auf den Teller landen soll. Die Sorge um das Stück Fleisch, dass alle 30 Minuten gewendet und mit eigenem Saft massiert werden soll, ist vielleicht auch ein Anzeichen das ich bereit bin Tante zu werden, jedenfalls erwarte ich mir entsprechendes Verständnis dafür.

6.    Ich muss mein Buch fertig schreiben

Total viel intelektuelle Arbeit, steckt in einer literaren Karriere. Self-publishing bedeutet außerdem lediglich, dass man selbst noch viel mehr zu tun hat …

7.    Meine Katze hat Angstzustände

Sie folgt mir Schritt auf Tritt, wenn ich zur Toilette gehe, miauzt sie herzzereißend kränklich vor der Tür. Ich überlege deshalb alle Türen im Haus entfernen zu lassen um ihre mittlerweile chronisch gefästigten Ängste im Zaum zu halten. Selbstverständlich kann ich sie in dieser schwierigen Zeit nicht alleine lassen.

8.    Projektaufgabe fürs Studiumplan_cancelling_professional

Mein Professor verlangt eine 15-seitige Projektarbeit inklusive Videoreportage zum Thema: Die informative Wissenschaft der Informationsswisschenschaft – Wissen & Information, eine informative Wissenshypothese.

9.    Gesundheitliche Gründe II

Ich habe mir meinen Rücken verletzt und schaffe es nicht aufrecht zu sitzen und bin 1000-prozentig unfähig zu gehen. Lediglich ein Wärmekissen und die Tabletten von der letzten Weisheitszahn-Op helfen ein wenig um die Schmerzen zu dämmen. Ich bin eben schon alt und halte nicht sehr viel aus.

10. Hilfe ich bin Allergisch!

Erst gestern habe ich mir ein schönes, kühles Glas Milch (mit Schokolade) gegönnt und dann mit erschrecken feststellen, dass mein Körper plötzlich intolerant reagiert. Nachdem ich die vergangenene Nacht auf der Toilette verbracht habe, ist es nur allzu verständlich, dass dieses demütigende Erlebnis einen enormen Einschnitt in meiner Daseinsfreude bedeutet, das ich erst einmal verdauen muss. Was wie erwähnt derzeit problematisch ist …

Eine Anleigung zum Faulsein – denn selten ist man gewohnt ist, sich der „busy-ness“ zu enthalten, gibt es hier.

 

Bilderquellen: Bild 1, Bild 2, Bild 3

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